Nadja Foster hat auf motivatorin.de zur Blogparade aufgerufen: Erfolgsfaktor „Du“. Nadja fragt: Welche deiner Talente und Stärken helfen dir, erfolgreich zu sein? Hast du Tipps für andere Unternehmerinnen, persönlich zu wachsen und sich in aller Gänze zu zeigen? Warum ist es so wichtig, regelmäßig auf die eigene Persönlichkeit zu schauen, um erfolgreich zu sein?

Mein Aha-Erlebnis: So kann man mich auch sehen

Für meine Masterbewerbung an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen bin ich vor knapp 5 Jahren motiviert und gut vorbereitet an den Bodensee gefahren, um mich mit knapp 50 weiteren Bewerbern um einen Studienplatz zu bewerben. Innerhalb dieses Bewerbungsverfahrens hatte ich auch ein Interview mit einem Professor der Universität und einer Dame aus der freien Wirtschaft, ihres Zeichens Vorstandsmitglied eines großen Medienunternehmens. In Vorbereitung auf unser Gespräch haben die beiden sich meinen Lebenslauf angesehen und so kam es auch zu folgender Szene, die ich wohl in meinem Leben nicht wieder vergessen werde:

Wir sprechen gerade über vergangene Projekte, Arbeitserfahrungen und meine Rolle dabei, da platzt es plötzlich aus der Konzernchefin heraus: Finden Sie nicht, dass Sie ein wenig zu viel gemacht haben? Ich meine, das kommt mir doch reichlich dilettantisch vor!?

Im Nachhinein bin ich mir nicht sicher, aber ich glaube, der Professor hat ebenso erstaunt wie ich geschaut, ist die ZU doch auch dafür bekannt, dass es dort einige gibt, die wie ich der Meinung sind, viele ihrer Talente ausleben zu wollen. Seit diesem Zeitpunkt ist mir so wirklich bewusst geworden, dass es etwas Besonderes ist, vielseitig begabt zu sein und diese Vielseitigkeit auch ausleben zu wollen. Für manche mag es ein Nachteil sein, so wie das auch die Medien-Dame gesehen hat und einige Marketing-Gurus, die der Meinung sind: Suche dir eine Nische und etabliere dich dort zum Experten. Für andere mag es eine Besonderheit sein, die bewundert wird und für mich ist es: Ganz normal, weil so mein Leben ist.

Scanner – Was ist das?

Momentan ist der Begriff „Scanner-Persönlichkeit“ in aller Munde und ich mag ihn eigentlich nicht so sehr. Scanner sind Menschen, die viele Ideen haben und viele Talente und Begabungen in sich vereinen. Schnell führt das im Außen zu der Idee, dass man nichts so wirklich richtig kann. Tendenziell denke ich, dass das durchaus eine berechtigte Auslegung dieses Persönlichkeitsmerkmals der Scanner ist. Andererseits beinhaltet es auch, die unglaubliche Gabe, sich schnell und effektiv in alles einarbeiten zu können. Sicherlich trifft einiges der klassischen Scanner Persönlichkeit auch auf mich zu: Ich habe viele Ideen, drücke mich bei einigen vor der Umsetzung, besitze eine hohe Auffassungsgabe und mache am liebsten „alles gleichzeitig“, weil meine Talente und Interessen so vielfältig sind.

Ich habe zwar viele Interessen und ich habe einige Ideen, bei denen ich noch nicht zur Umsetzung gekommen bin – doch, habe ich auch schon sehr vieles gemacht und alles, was ich anfange, das bringe ich auch zu Ende.

Ich habe gelernt, dass Multitasking Stress bedeutet und, dass ich meine Aufmerksamkeit lieber auf eine Sache voll, als auf fünf halb lenke. Lieber eines nach dem anderen, als alles gleichzeitig und dann am Ende vielleicht doch gar nichts.

Mein Leben in Kurz

Ich bin diplomierte Islamwissenschaftlerin (mit Nebenfach Maschinenbau) und habe im Anschluss daran Medien-, Kultur- und Kommunikationswissenschaften (mit Nebenfach Leadership) studiert. Ich spreche fünf Sprachen und war bisher auf allen Kontinenten in sehr vielen Ländern unterwegs. Ich bin Trainerin für Persönlichkeitsentwicklung, die Lehren des Enneagramms sowie für ganzheitliche Gesundheit und habe eine Ausbildung als systemische Aufstellerin gemacht. Momentan mache ich eine Ausbildung zum Coach an der Herzfeld Akademie in Potsdam. Außerdem bin ich Gesellschafterin eines Familienunternehmens in der vierten Generation und nehme die Aufgaben dort sehr ernst.

Des Weiteren bin ich vor zwei Jahren Mama geworden, habe bisher drei Bücher veröffentlicht, schreibe drei Blogs und bin gerade 31 Jahre alt geworden. Ich kann verstehen, dass es dilettantisch aussehen mag. Ich sage auch nicht, dass ich in allen diesen Bereichen jahrelange Berufserfahrungen habe, doch ich habe mich intensiv mit den Bereichen auseinandergesetzt, denn das, wofür ich mich entscheide, das mache ich dann richtig.

Dieses Potpourri an Dingen, das bin ich, das alles macht mich aus und ich habe mir daraus meine persönliche Berufung geformt.

Warum erzähle ich das alles?

Ich möchte dir Mut machen. Bist auch du eine Person, die nicht so gut in Schubladen und vorgefertigte Muster hineinpasst? Hast du Probleme damit, Personaler oder Kunden von deinen vielfältigen Fähigkeiten zu überzeugen? Fällt es dir manchmal schwer, bei Projekten zu bleiben und nicht ständig hin und her zu springen?

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Du bist deine wichtigste Ressource

Ich habe dir sechs wichtige Dinge aufgeschrieben, die du nicht vergessen solltest und, die dir eine Unterstützung sein können, wenn du so eine „multi-talentierte“ Persönlichkeit hast, wie ich sie habe.

1. Warum genau willst du dieses Projekt umsetzen? – Was ist dein ganz persönlicher Antrieb dabei?

Wie wichtig ist dir das Projekt wirklich? Ist es eine 10? Dann solltest du es definitiv umsetzen. Ist es nur eine 8, dann suche lieber nach „deinem“ wahren Projekt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich gerne einmal andere Projekte vorschiebe, weil ich mich nicht so richtig traue, dieses eine zu machen, das, was immer schon in mir schlummert… Dann mache ich lieber andere Sachen und die dann nicht richtig.

2. Es wird garantiert etwas schiefgehen.

Scheitern ist kein Versagen, sondern einfach ein weiterer Schritt beim Lernen. Warum tun die meisten Menschen etwas nicht? Weil sie Angst haben oder befürchten, dass es schiefgehen könnte. Die Angst vor dem Neuen und davor, was alles passieren kann, hält uns sehr häufig davon ab, überhaupt etwas zu tun. Dabei kann niemand vorher wissen, was alles geschieht, wenn wir eine Entscheidung treffen oder ein Projekt in Angriff nehmen.

3. Mache deine Projekte transparent. 

Erzähle vielen Menschen davon und höre dann genau hin, was diese dazu zu sagen haben. Du magst es vielleicht nicht immer hören: Aber Kritik kann ein wunderbarer Antrieb sein. Kritik von außen kann deine Entscheidung für dein Projekt sehr gut bestärken. Jemand hat etwas gefunden, warum du dieses und jenes nicht machen solltest: Dann erst recht. Lasse Kritik zum Wind in deinen Segeln werden.

4. Denke in Lösungen nicht in Problemen!

Wir wälzen gerne die Probleme vor uns her, anstatt unseren Fokus auf die Lösung zu richten. Die Lösung, die wir eventuell noch nicht gefunden haben. Frage dich immer wieder: Wie könnte eine mögliche Lösung aussehen? Vielleicht ist nicht die erste Idee gut und auch nicht die 20., aber irgendwann wird die perfekte Lösung kommen.

5. Dein Netzwerk ist deine größte Ressource!

Frage dich jeden Tag, wen du gerne kennenlernen wollen würdest um Unterstützung in deinem Projekt zu erfahren. Und dann schreiben denjenigen an! Mehr als Nein sagen, können diese auch nicht – und dann bleib dran, denn Hartnäckigkeit zahlt sich meistens aus. Wenn du die perfekte Person für deine Unterstützung noch nicht gefunden hast, dann schreibe auf, wie er oder sie sein sollte. Was für Fähigkeiten bringt die Person mit? Was sollte sie können? Wo sein? Wie aussehen? Mache diese Person so real wie möglich und bald wird sie dir irgendwie irgendwo begegnen.

6. Bleibe so, wie du bist!

Lass dir nicht einreden, dass du anders sein solltest. Lass dir nicht einreden, dass irgendetwas an dir nicht gut genug ist. Lass dir nicht einreden, dass du so sein solltest, wie andere. Du bist so wie du bist und das ist genau perfekt so. Das heißt nicht, dass du nicht bei anderen Ideen sammeln kannst. Das heißt nicht, dass du dich nicht von anderen inspirieren lassen kannst. Das heißt nur, dass du dich nicht für andere ändern sollst. So wie du bist, ist alles richtig.

Deine Meinung interessiert mich!

Schreibe mir einen Kommentar und erzähle mir, wie es dir damit geht, wie du bist? Gefällt es dir? Was an dir selbst, macht dich eben zum Erfolgsfaktor? Was kann dich hindern?