Gerne wird die Geschichte von J.K. Rowling erzählt, die alleinerziehend und mittellos ihren Traum verfolgte und in einem Kaffee mit ihrem Baby auf dem Schoß ihren großen Zauberer-Roman schrieb. Den dann keiner haben wollte. Aber, ihr Wille war so groß und ihr Glauben an diese Geschichte so enorm, dass einer der angeschriebenen Verlage letztendlich einlenkte und ihr gleichzeitig nahe legte, sich einen Job zu suchen, da man mit einem Buch nicht reich werden konnte. Die Geschichte verlief anders, wie wir wissen und heute ist Joanna Rowling eine Milliardärin, die besonders durch ihr unglaublich sympathisches Auftreten die Herzen von Fans und Journalisten erobert.


Dieses wundervolle Interview von zwei bezaubernden Frauen möchte ich euch ans Herz legen, es ist authentisch, sentimental und zauberschön: Joanna K. Rowling wird interviewt von der unglaublichen Oprah Winfrey

J.K. Rowlings Geschichte wird gern als Paradebeispiel dafür genommen, wenn erzählt wird, wie kraftvoll es ist, wenn du an deinen Traum glaubst und alles dafür in Bewegung setzt, dass dieser Traum Wirklichkeit wird. In meinem Kopf ist dieses Prinzip von „meinen Traum leben“ immer auch eng verbunden mit einem Prinzip von „Krisen gemeistert zu haben“. Alles großen Menschen haben tiefe Krisen erlebt, alle großen Menschen sind durch Zeiten des Widerstandes durchgegangen, alle großen Menschen wurden von der einen oder anderen Menschengruppe abgelehnt.

Kann ich auch ohne Krise groß sein?

Jahrelang habe ich also nach meiner Krise gesucht. Ich habe immer gedacht, wenn ich einmal etwas erreichen möchte in dieser Welt, wenn ich einmal Menschen erreichen und diesen Menschen helfen möchte, dann muss ich doch auch durch meine Krise durch, dann muss ich doch erst einmal meine Krise finden. Ich bin kein Mensch, der Krisen anzieht, ich bin immer irgendwie so durchgekommen, bin behütet aufgewachsen, habe mich gerne angepasst und damit sehr gut gelebt. Meine Krise wollte einfach nicht kommen.

Aber, ohne Krise kann man ja nicht groß werden, dachte ich mir. Ohne Krise kann ich nicht zu dem werden, die ich bin. Ohne Krise kann ich nicht meinen eigenen Weg finden. Angepasst sein, akzeptiert werden, keine Probleme haben – das birgt kein Entwicklungspotenzial. Wo also ist meine Krise?

Jetzt kann ich darüber lachen, über meine Gedanken und meine große Suche nach der Krise. Denn jetzt weiß ich, dass ich mich längst mitten in der Krise befinde. Dass ich seit ungefähr 5 Jahren meine ganz persönliche Super-Krise lebe. Dass ich erst jetzt so langsam wieder aus ihr heraus krieche und lerne, wie wertvoll es tatsächlich ist, für sich selbst, für die eigenen Ideen, für die eigenen Träume zu kämpfen, wie wertvoll es ist, ganz ICH SELBST zu sein. Meine Krise ist langanhaltend, sie besteht aus wenig Geld, wenig Rückhalt, viel Krankheit, großen Träumen und einer enormen Portion Mut. Eine Krise, die mich kontinuierlich verändert – ausschlaggebend für meinen Aufschwung und den Weg aus der Krise war tatsächlich die Geburt meines Sohnes. Denn plötzlich war ich ein Vorbild, plötzlich gab es jemanden, für den es sich zu kämpfen lohnte, plötzlich gab es einen Grund, warum ich nicht mehr länger klein bei geben wollte.

Mein Sohn hat mich stark gemacht, mein Sohn hat mich groß gemacht und in mir den riesengroßen Wunsch nach Eigenständigkeit und Unabhängigkeit geschürt. Ich habe begonnen, mein Leben zu leben.

Und heute, da ich auf diesem Weg angekommen bin, gibt es für mich keinen Weg mehr zurück. Ich bin stolz darauf und meistere meine ganz persönliche Krise mit Bravour und jeden Tag ein bisschen mehr – eines Tages, hoffentlich bald, werde ich zurück blicken und sagen: Diese Krise hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin! Diese Krise hat mich so Vieles gelehrt, was ich heute weiß und kann.

Doch bis dahin lebe ich mein Leben in der Krise und gehe kleine Schritte, die mich immer weiter voran bringen. Jeden Tag ein wenig mehr. Dafür bin ich dankbar und demütig. Jeden Tag ein kleines bisschen mehr.

The positive effects of failure