Trauen mir meine Eltern eigentlich nichts zu?

Im Nachfolgeprozess hast du immer wieder Auseinandersetzungen mit deinen Eltern, welcher über den alltäglichen Eltern-Kind-Prozess hinaus geht. Wenn es um Unternehmensnachfolge geht und deinen Einstieg ins Unternehmen, dann kommen auch Ansprüche, Anforderungen und Dinge auf, die du „erst noch“ machen musst, lernen musst, erleben musst, bevor du ins Unternehmen einsteigen darfst.

Mitunter kann es sein, dass das Gefühl bei dir zurückbleibt, dass deine Eltern dich nicht für kompetent genug halten und dich als Mensch, als Leader, als Persönlichkeit noch nicht (oder auch „falsch“) einschätzen. Es ist ein schwieriger Prozess für Eltern den Übergang zu gestalten von „das ist doch mein kleines Kind“ zu „mein Kind ist Erwachsen und trifft eigene Entscheidungen“.

Was bei dir häufig als Resultat zu sehen ist, sind Gefühle von Unverständnis sowie einem Gefühl der Nichtwertschätzung und die verzweifelte Frage „Trauen mir meine Eltern eigentlich gar nichts zu?!“

Vergiss nicht: Es sind nicht deine Eltern, die dieses Gefühl in dir hervorrufen. Es bist du, indem du der Situation eine Bedeutung gibst. Es ist dein eigene Interpretation der Sache, die dir ein schlechtes Gefühl gibt.

Um diesen emotionalen Prozess zu durchbrechen, darfst du dich fragen: Welche andere Interpretationen  der Situation gibt es noch?

Systemische Weisheit

Eltern tun immer ihr Bestes

Ändere die Blickrichtung und deine Gefühle dürfen sich verändern – mache dich frei von der eigenen Interpretation.

Es ist nicht die Situation an sich, welche Emotionen in dir hervorruft, es ist die Bedeutung, welche du der Situation gibst, deine Gedanken, deine Einordnungen und das, was du mitnimmst.

Stelle dir einmal vor, du würdest die Situation anders betrachten können. Welche anderen Interpretationen wären möglich?

Deine Eltern wissen vielleicht gar nicht genau, was du denkst, wer du bist und wohin du dich entwickelt hast. Vielleicht habt ihr euch schon lange nicht mehr wirklich tief unterhalten? Vielleicht warst du sehr stark mit dem Studium beschäftigt… Vielleicht hatten deine Eltern viel um die Ohren …

Mache dir vier Dinge bewusst:

1. Eine Interpretation, einen Glauben über Dinge kannst du nicht sehen. Wenn du also der Meinung bist, etwas ist „so“ oder „so“, dann frage dich: Kann ich das wirklich sehen? Hat dieser Glaubenssatz eine Farbe, Form oder lässt sich anfassen? Wenn es nicht so ist, dann ist es auch nicht wahr, sondern nur eine Interpretation.

2. Wo sitzt diese Überzeugung? Sie sitzt in deinem Kopf.

3. Wobei hilft sie dir? Wenn sie nicht dienlich für sie ist, dann ändere sie. Gehe in Gedanken zu dieser Situation, ob sie nun gestern oder vor Jahren gewesen ist, und frage dich: Mit einem neutralen Blick, wie könnte man diese Situation noch bewerten? Welche Interpretationen sind möglich?

4. Entscheide dich für eine neue Interpretation der Vergangenheit und heile damit deine negativen Emotionen.

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